Geschichte der Stadt Hollabrunn

Die Stadt Hollabrunn, inmitten fruchtbaren, hügeligen Rebenlandes im Tal des Göllersbaches gelegen, ist Zentralort des westlichen Weinviertels. Das Stadtgebiet grenzt unmittelbar an den Ernstbrunner Wald, das größte, zusammenhängende Eichenwaldgebiet Österreichs. Die verkehrsmäßige Ausrichtung wird durch die Lage an der Achse Wien-Znaim-Prag bestimmt, die hier von den Verbindungen aus dem östlichen Weinviertel gekreuzt wird. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 152 km².

Die erste schriftliche Erwähnung von Hollabrunn („Holerbrunen“) erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Jahres 1135, mit der ein Weingarten einem bayrischen Kloster geschenkt wurde. Der Weinbau ist bis zur Gegenwart der bestimmende Wirtschaftsfaktor im Leben der Stadt.

Die Pfarrkirche wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet und ihr Patron wurde St. Ulrich. Durch Katastrophen wurde sie sehr zerstört und im 14. Jahrhundert beträchtlich umgebaut.

Im Jahre 1377 erwarb die Stadt das Marktprivileg und im Jahre 1565, am 11. Juli, wurde ihr vom Kaiser Maximilian dem II. ein Wappen erteilt, dessen Fläche in zwei Teile gegliedert war. Im oberen Teil befand sich auf einem blauen Untergrund eine goldene Wolffalle zusammen mit zwei Sternen und im unteren Teil war ein auf einer Wasserfläche vor einer Quelle schwimmender Schwan.

In der Hollabrunner Schule begann im Jahre 1579 der Lateinunterricht und im Jahre 1632 zählt die Stadt bis zu 121 Häuser. Jedoch in kurzer Zeit, im Jahre 1645, während des 30-jährigen Krieges, wurde sie von den Schweden unter General Torstenson verwüstet und im Jahre 1649 von der Pest heimgesucht. Die Pest wiederholte sich dann noch in den Jahren 1679, 1688 und im Jahre 1713 erlagen dieser Seuche bis zu 130 Leute. Nicht nur Pest, sondern auch zahlreiche Brände zerstörten die Stadt. Im Jahre 1681 wurde eine Pestsäule gebaut.

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Im Jahre 1649 beginnt die Fahrpost aus Wien nach Hamburg zu fungieren, die via Hollabrunn und Prag führte und 14 Tage dauerte. Der Ausbau der Prager Postroute um 1740 war ein Antriebsmotor der Entwicklung der Stadt. Im Jahre 1683 treffen hier König Johann III. Sobieski aus Polen und Fürst Karl V. von Lothringen vor der Befreiung Wiens von den Türken zusammen.

Ein bedeutendes Baudenkmal ist das heutige Museum, ursprünglich „Alte Hofmühle“ aus dem 17. Jahrhundert. Am barocken Tor steht das Jahr 1614 geschrieben, sehr wahrscheinlich das Jahr des Umbaus. Ursprünglich ein Herrenhaus, später als Mühle dienend, diente im Jahre 1805 selbst Napoleon dem I. zur Übernachtung dienend.

Am Anfang der Wiener Straße befindet sich ein Grabstein, eine im Jahre 1780 gebaute Statue der Heiligen Dreieinigkeit, die auf dem örtlichen Friedhof aufgestellt war, der um die Pfarrkirche angelegt war.

Die Napoleon-Kriege von 1805 und 1809 zerstörten den historischen Stadtkern von Hollabrunn. Diese Ereignisse erachtete Lew Tolstoi in seinen literarischen Werken als Beweis, dass sich die „Schlacht von Hollabrunn“ gerade hier abspielt hatte.

Auf dem Platz gegenüber der Pfarrkirche wurde im Jahre 1880 bis 1881 ein erzbischöfliches Seminar errichtet, das eines der imposantesten Gebäude der Stadt ist.

Der Brunnen vom 1862 am Hauptplatz wurde zum Andenken an viele Brände mit einer gusseisernen Statue des heiligen Florian dekoriert.

1908 wurde Hollabrunn zur Stadt erhoben und im Jahre 2008 feierte die Stadt ihren hundertsten Jahrestag.

Während des 2. Weltkriegs wurde das Rathaus zum Sitz der Hauptmannschaft und im Seminargebäude setzte sich der deutsche Stab fest.

Heute ist Hollabrunn mit seinen 11.000 Bewohnern vor allem eine Schulstadt, die in ihren Schulbänken täglich 5.500 Schüler begrüßt. Die Wurzeln dieser Tradition wurden durch die Gründung des Gymnasiums 1865 und des erzbischöflichen Seminars 1881 gelegt. Hollabrunn ist auch das Zentrum des Wirtschaftslebens für 21 umliegende Gemeinden.


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